Rallye GS (ab 1980)

Auch im Sportbereich feiern G/S und GS Erfolge. In Zusammenarbeit mit namhaften Tuningfirmen engagiert sich BMW offiziell im Rallyegeschehen. Auf der härtesten Rallye der Welt, der Paris-Dakar, können sich BMWs 2-Ventil- und 4-Ventil-Boxer nicht nur behaupten, sondern setzen sich erfolgreich gegen die Konkurrenz durch. Leider überläßt BMW inzwischen KTM den Ruhm.

GS800 Paris-Dakar (1980)
BMW nimmt erstmals offiziell an der Paris-Dakar teil. Fenouil (F) und Hubert Auriol (F) starten für BMW France auf einer von HPN umgebauten GS800. Der 798 ccm Motor leistet 55 PS bei 7000 U/min. Das Leergewicht liegt bei 160 kg. Hinzu kommen 38 l Kraftstoff. Fenouil belegt Platz 5, Auriol muss wegen Getriebeschadens aufgeben.

GS800 Paris-Dakar (1981)
Auf einer weiter verbesserten GS800 gelingt es Hubert Auriol, am 21.01.1981 den ersten Dakar-Sieg für BMW einzufahren. Das Leergewicht der GS konnte auf 150 kg gedrückt werden. Das Tankvolumen stieg auf 42 l. Die BMW-Fahrer Fenouil und Neimer belegen die Plätze 4 und 7. Der Privatfahrer Loizeaux belegt auf seiner GS800 Platz 15.

GS1000 Paris-Dakar (1982)
Der 980 ccm Boxer feiert seinen Einstand bei der Dakar. Der Motor leistet 55 PS. Erstmals wird auf eine klassische Hinterradschwinge verzichtet und ein verstärkter Monolever verwendet. Das Leergewicht der Maschine liegt bei 150 kg. Leider erreicht keiner der vier Fahrer das Ziel. Alle Maschinen werden wegen Getriebeproblemen aus dem Rennen genommen.

GS1000 Paris-Dakar (1983)
BMW France startet erstmals mit einem von Herbert Schek präparierten 980 ccm Motor auf der Dakar. Der Motor leistet satte 72 PS. Das Leergewicht der Maschine liegt bei 150 kg. Statt des Monolevers greift BMW wieder auf eine klassische Hinterradschwinge zurück. Mit 24'49" Vorsprung kann Hubert Auriol die 83er Dakar für sich entscheiden.

GS1000 Paris-Dakar (1984)
Mit 1015 ccm, nicht weniger als 75 PS, Marzzochi Gabel, Öhlins Stoßdämpfern, Ölkühler, 145 kg Gewicht und E-Starter gehen die von HPN gebauten Rallye GS an den Start. Gaston Rahier und Hubert Auriol belegen die ersten beide Plätze, Raymond Loizeaux Platz 5. Souverän setzen sich die Rallye Boxer gegen die Honda fahrende Konkurrenz durch.

GS1000 Paris-Dakar (1985)
1985 stattet HPN die GS mit einem 980 ccm Motor aus mit einer Leistung von 70 PS bei einem Leergewicht von 170 kg aus. Hinzu kommen 60 l Kraftstoff. Fahrfertig wiegt die GS satte 226 kg! Während Loizeaux und Hau schwer stürzen und verletzt ausfallen, kann Rahier diese bisher härteste Dakar aller Zeiten für sich entscheiden.

GS1000 Paris-Dakar (1986)
1986 startet das Marlboro BMW Team mit einer von HPN präparierten GS mit einem 80 PS leistenden 1030 ccm Boxer, Marzzochi Gabel, Brembo Bremsen und White Power Stoßdämpfern - der stärkste Rallye-Boxer aller Zeiten! Das Ergebnis ist für BMW jedoch enttäuschend. Bester BMW Fahrer ist Hau auf Platz 8. Rahier und Loizeuax folgen weit abgeschlagen auf Platz 14 und 22.

GS1000 Paris-Dakar (1987)
Die 87er von HPN modifizierte BMW GS holt aus 1050 ccm satte 85 PS. Ausgestattet mit einer Upside-Down-Gabel und Stoßdämpfern von White Power, einem 42 l Tank von Acerbis, sowie weiteren 6 l und 12 l Sprit unter dem Sitz und im Heck gehen 4 Fahrer für BMW an den Start. Rahier belegt Platz 3. Trotz des Erfolgs beendet BMW sein Dakar-Engagement.

R1100GS/RR (1999)
Auf der Tunesienrallye gibt BMW sein Debüt mit dem 4-Ventil-Boxer. Die von HPN hergerichtete Maschine leistet bei 1085 cm3 Hubraum 85 PS bei 7000 U/min bei einem fahrfertigen Gewicht von nur 200 kg. Auf die Einspritzanlage wurde zugunsten von Bing Gleichdruck-Vergasern verzichtet. Werksfahrer Oscar Gallardo erreicht einen guten 34. Platz.
 

R900RR (2000)
Prämiere für den neuen 4-Ventil-Rallye-Boxer bei der Dakar. Der von HPN präparierte Boxer holt mit Bing Gleichdruckvergasern aus 900 ccm 90 PS bei 8200 U/min. Der Telelever weicht einer 48 mm White Power Gabel. Die Hinterradschwinge ist geschweißt statt gegossen. Das Motorrad wiegt trocken 190 kg. Jimmy Lewis (US) erreicht einen phantastischen 3. Platz.
 

R900RR (2001)
Mit detailverbesserten R900GS-RR gehen Jimmy Lewis (US), John Deacon (UK) und Cyril Despres (F) und Juan "Nani" Roma (E) an den Start. Von den vier Boxern sehen drei den Strand von Dakar, konnten sich mit den Plätzen 6, 7 und 13 aber nicht gegen KTM durchsetzen. Aus Marketinggründen beendet BMW sein Engagement bei der Dakar und überläßt KTM die sportlichen Lorbeeren.
 

R900RR (2002)
Auf Basis der R1150GS stattet die renommierte GS-Schmiede HPN ambitionierte Privatfahrer mit der geeigneten Hardware aus. Der Schwede Per-Gunnar Lundmark scheidet wegen einer defekten Kupplung jedoch aus. Ein Platz unter den ersten 10 wäre in Reichweite gewesen, was für einen Privatfahrer eine tolle Leistung gewesen wäre.
 

R900RR (2003)
Raymond Loizeaux nimmt zum 23. Mal an der Dakar Rallye teil. Lediglich die ersten beiden Rallyes verpasste der Franzose. Auf einem von HPN verbesserten 1043 ccm 2V-Boxer belegt Loizeaux am Ende den 87. Platz. Nachdem Lundmark nun auch KTM fährt ist der Dakar Veteran unter ein paar F650 Fahrern der einzige Boxertreiber.
 

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