Die neue Einzylinderbaureihe BMW G650X

Mit der neuen Einzylinder-Modellfamilie baut bei BMW Motorrad sein Produktangebot in Hinblick auf weitere Zielgruppen aus. Basierend auf einer einheitlichen technischen Basis wurden drei, im Charakter völlig unterschiedliche Fahrzeuge auf die Räder gestellt: die Hard-Enduro G650Xchallenge, die Streetmoto G650Xmoto und der Scrambler G650Xcountry. Mit ihrer hochwertigen Produktsubstanz, ihrem puristischen Auftritt und den außergewöhnlich sportlichen Fahreigenschaften besetzen diese Einzylindermodelle attraktive Nischen. Sie werden aufgrund ihres geringen DIN Leergewichtes von unter 160 kg und ihrer Dynamik Kenner und Könner gleichermaßen begeistern. Die Markteinführung der neuen G650X-Baureihe erfolgte zum Saisonstart im Frühjahr 2007.


G650Xchallenge; Bild: BMW


G650Xchallenge; Bild: BMW

Die neuen Motorräder mit dem kleinsten Hubraum in der BMW Modellpalette bieten besonders für junge, aber auch für jung gebliebene Motorradfahrer einen attraktiven Einstieg in die Welt der BMW Motorräder, sie sind jedoch keine Einsteiger-Bikes im klassischen Sinn. Die Hardenduro G650Xchallenge wird Kunden begeistern, die das enorme Offroad-Potenzial ihres Fahrzeugs tatsächlich nutzen wollen. Auf der beeindruckend fahraktiven Streetmoto G650Xmoto erlebt der Pilot eine neue Dimension in Sachen Fahrspaß.


BMW G650Xmoto; Bild: BMW


BMW G650Xmoto; Bild: BMW

Der Scrambler G650Xcountry schließlich, steht für unkomplizierten Fahrspaß und eine leichtfüßige Fortbewegung sowohl auf wie auch abseits der Straße. Von der Stadt mit ihrem Umfeld, über Landstraßen und kleine, gewundene Nebenstraßen bis hin zu Offroad-Passagen in durchaus anspruchvollem Terrain reicht die Bandbreite dieses Motorrades. Das klassisch-lässige Scrambler-Gefühl oder auch die Idee des „Motorrad-Wanderns“ werden mit der in der G650Xcountry in die Neuzeit transportiert und auf moderne Art und Weise interpretiert. Der Fahrspaß ist bei jeder Art der Fortbewegung garantiert, denn die G650Xcountry besitzt die gleichen herausragenden Motor- und Fahrwerksqualitäten wie die beiden sehr sportlich ausgelegten Schwestervarianten.


BMW G650Xcountry; Bild: BMW


BMW G650Xcountry; Bild: BMW

Als Antrieb dient allen drei Modellen der leistungs- und gewichtsoptimierte Einzylinder aus den bisherigen F650-Modellen. Der überarbeitete Motor setzt in den G650X-Modellen nun 39 kW (53 PS) bei 7000 U/min frei und erreicht ein Drehmomentmaximum von 60 Nm bei 5250 U/min. Seine bekannten Tugenden wie Zuverlässigkeit, Laufkultur, Sparsamkeit und Umweltfreundlichkeit wurden weiter verbessert. Zudem begeistert der Vierventiler durch seine insgesamt dynamischere Kraftentfaltung, die aus dem leichteren Kurbeltrieb und einigen anderen Modifikationen resultiert. Der Endantrieb erfolgt bei allen drei Motorrädern über eine O-Ring-Kette.


G650Xchallenge; Bild: BMW


G6550Xmoto; Bild: BMW


G6550Xcountry; Bild: BMW

Der Brücken-Rohrrahmen aus Stahl mit Aluguss-Seitenteilen und angeschraubtem Heckrahmen aus Aluminium sowie die Hinterradschwinge aus Leichtmetallguss kennzeichnen neben vielen anderen hochwertigen Komponenten das Fahrwerkskonzept der gesamten G650X-Baureihe – alle Bauteile sind bei den drei Fahrzeugen gleich. Intelligenter Leichtbau mit hoher Komponentenintegration führen zu einem in dieser Klasse bemerkenswert geringen Gewicht zwischen 156 und 160 kg je nach Modell (DIN-Leergewicht mit 90% Kraftstoff). Das Trockengewicht liegt zwischen 144 und 148 kg.


G650Xchallenge; Bild: BMW


G6550Xmoto; Bild: BMW


G6550Xcountry; Bild: BMW

Unterschiedliche Abstimmungen und Ausführungen der Upside-down-Telegabel sowie der hinteren Federungselemente sorgen für eigenständige Charaktere und Fahreigenschaften der Modelle. Beispielsweise wartet die Xchallenge mit einem aufwändigen Air Damping System auf, während die Xcountry ein in der Länge verstellbares Federbein besitzt. Die Räder und deren Dimensionen sind auf den jeweiligen Einsatzzweck zugeschnitten, Leichtmetall-Gussräder im 17“-Format für die Streetmoto und Speichenräder mit 19“/17“für den Scrambler beziehungsweise 21“/18“für die Hard-Enduro.


G650Xchallenge; Bild: BMW


G6550Xmoto; Bild: BMW


G6550Xcountry; Bild: BMW

Unterschiedlich sind auch die Bremsen. Die Einscheibenanlage im Vorderrad hat bei der Xcountry und bei der Xchallenge einen Durchmesser von 300 mm und ist mit einer Doppelkolben-Bremszange ausgerüstet, während bei der Xmoto eine Vierkolbenzange eine 320 mm Scheibe umschließt. Einzigartig im Marktsegment der spezialisierten Einzylinder-Motorräder, wenngleich für BMW selbstverständlich, ist die optionale Ausrüstung der Bremsanlage mit dem leichten und kompakten Zwei-Kanal-ABS.


G650X Rahmen mit Luftfilter; Bild: BMW


G650X Rahmen mit Luftfilter; Bild: BMW

Für den ambitionierten Sportfahrer, der sich abseits der Straße oder auf abgesperrten Rundkursen betätigt, bedeutet eine ABS-Ausstattung keinerlei Einschränkung, denn dieses lässt sich bei Bedarf abschalten. Das gilt natürlich auch für den Offroad-Fahrer auf der Xchallenge. Wie von BMW Motorrad gewohnt, lassen sich auch die G650X Modelle durch ein maßgeschneidertes und umfangreiches Zubehörangebot individualisieren. Die neuen Modelle treten nicht die Nachfolge der bisherigen Einzylindermodelle an, sondern ergänzen das Produktangebot. Es ist vorgesehen, dass die F650GS und F650GS Dakar auch im Jahre 2007 im Verkaufsprogramm bleiben und im Werk Berlin weiterproduziert werden.


G650X Rahmen; Bild: BMW


G650X Rahmen; Bild: BMW

Die wesentlichen Merkmale der neuen G650X Baureihe im Überblick:

  • Sportliches Design, von Leichtbau geprägt
  • Drehfreudiger Einzylindermotor mit 39 kW (53 PS) bei 7000 U/min und 60 Nm bei 5250 U/min
  • Gleitgelagerte Kurbelwelle mit leichterem Generator und somit verringerter Schwungmasse
  • DOHC Ventiltrieb mit Tassenstößeln und vier Ventilen
  • Flüssigkeitskühlung mit Aluminium-Radiator
  • Elektronisches Motormanagement BMS-C II für Saugrohreinspritzung und Doppelzündung
  • Edelstahl-Auspuffanlage mit Dreiwege-Katalysator und Lamdasonde
  • Trockensumpfschmierung mit schwerpunktgünstig platziertem Öltank
  • Eng gestuftes Fünfganggetriebe mit Sekundär-Kettenantrieb
  • Hochwertige Fahrwerkskomponenten, Alu-Anbauteile eloxiert
  • Verwindungssteifer Brückenrohrrahmen mit angeschraubtem Aluminium-Heckrahmen
  • Stabile Upside-down-Teleskopgabel, Standrohrdurchmesser 45 mm
  • Leichte und sehr stabile Zweiarmschwinge aus Aluminiumguss
  • Hochwertige Federbeine hinten
  • Geringes Leergewicht zwischen 156 und 160 kg
  • Konifizierter Aluminium-Rohrlenker
  • Fußbrems- und Schalthebel aus geschmiedetem Aluminium
  • Schwerpunktgünstig unter der Sitzbank positionierter Kraftstofftank mit gut zugänglichem Einfüllstutzen
  • Leistungsstarke Bremsanlage, auf Wunsch mit abschaltbarem ABS
  • Spezielles Zubehörangebot

BMW G650Xchallenge–die Hardenduro für Geländegänger

Dieses Modell zeigt schon auf den ersten Blick was in ihm steckt: Es ist ein kompromissloses Geländemotorrad mit langen Federwegen, das kein Gramm zuviel auf die Waage bringt. Das Design wird von Enduro-typischen Proportionen dominiert: einer hoch angesetzten flach verlaufenden Flyline, die nahtlos in das hohe, schmale Heck übergeht und eine angemessene Sitzposition ermöglicht. Auch die ebenso leichten wie robusten Verkleidungsbauteile aus bruchfestem und elastischem Kunststoff (überwiegend Polypropylen) sind für den harten Geländeeinsatz konzipiert. Die vordere Radabdeckung sitzt direkt an der unteren Gabelbrücke und garantiert dem Vorderrad Lauffreiheit unter allen Einsatzbedingungen. Eine schlanke Verkleidung nimmt den asymmetrisch geformten Scheinwerfer auf, der einen Freiformflächen-Reflektor besitzt. Das außermittig platzierte Standlicht sorgt für den typischen BMW Motorrad-Look; ihn unterstreicht auch die Lackierung in Auraweiß mit blauer Sitzbank.


BMW G650Xchallenge; Bild: BMW


BMW G650Xchallenge; Bild: BMW

Dank 270 mm Federweg vorn und hinten nimmt die Hardenduro jede Herausforderung im Gelände an. Mit einem Standrohrdurchmesser von 45 mm erreicht die Upside-down-Telegabel eine enorme Steifigkeit. Sie gewährleistet einen Lenkeinschlag von 40 Grad. Federung und Dämpfung sind auf den harten Geländeeinsatz abgestimmt und erfüllen höchste Ansprüche. Ambitionierte Endurofahrer können in Abhängigkeit von Eigengewicht und persönlicher Bevorzugung eine Feinabstimmung der Dämpfung in Zug- und Druckrichtung vornehmen. Die Einstellmechanismen bieten Rastungen, die eine gleichmäßige Verstellung ermöglichen. Zur Gewichtsoptimierung ist die Radachse mit 20 Millimetern Durchmesser hohl gebohrt; eine Maßnahme, die auch an der hinteren Radachse Gewicht spart.


BMW G650Xchallenge; Bild: BMW


BMW G6550Xchallenge; Bild: BMW

Die Hinterradfederung erlaubt ebenfalls Justiermöglichkeiten auf ganz andere Art und Weise. Wie bei der BMW HP2 Enduro kommt in der G650Xchallenge das BMW Motorrad Air Damping System zum Einsatz, ein Feder-Dämpfersystem, das ausschließlich mit Luft arbeitet. Es entspricht in Ausführung und Funktionsweise dem der HP2 Enduro und wurde lediglich dem Gewicht und dem Einsatzzweck entsprechend angepasst. Im Dämpfungsraum arbeitet ähnlich wie bei konventionellen Federbeinen ein Kolben. Statt Hydraulikflüssigkeit wird hier jedoch Luft verdrängt und durch Plattenventile in eine zweite Kammer geleitet. Die Dämpfung wird durch Drosselung der Luftströmung erzielt. Da sich Gase komprimieren lassen, kann die eingeschlossene Luft als Federung fungieren und die übliche Stahlfeder ersetzen. Dieses System bietet die aus der HP2 Enduro bekannten Vorteile:

  • „Natürliche“ Progression der Federrate bei hoher Belastung (Druck im System steigt).
  • Hohe Durchschlagsicherheit (Gasgesetz; Druck steigt mit der Temperatur).
  • „Natürliche“ Progression der Dämpfung bei hoher Beanspruchung (Viskosität von Luft steigt mit der Temperatur).
  • Frequenzabhängige und selektive Dämpfung.
  • Resistenz gegen Überhitzung (kein temperaturbedingtes Nachlassen der Dämpfung bei hoher Beanspruchung).
  • Einfache Möglichkeit zur Anpassung an den Beladungszustand.
  • Geringes Bauteilgewicht.
  • Individuelle Einstellung und Anpassung des Fahrwerks auf das jeweilige Fahrergewicht und an die Beladung mit Hilfe einer Libelle (zeigt Normallage des Motorrades an).

BMW G650Xchallenge; Bild: Michael Panitzki


BMW G650Xchallenge; Bild: Michael Panitzki

Durch die anteilig geringeren ungefederten Massen werden zudem das Ansprechverhalten der Federung und die Traktion des Hinterrades verbessert. Nach außen ist das Federbein luftdicht geschlossen und daher vor Verschmutzungen geschützt. Leckageverluste können durch das Nachfüllen von Luft über ein Ventil ausgeglichen werden. Die Anpassung an unterschiedliche Beladungszustände erfolgt sehr einfach über den Fülldruck. Für das Aufpumpen unterwegs verfügt die G650Xchallenge serienmäßig über eine Hand-Hochdruckpumpe unter der Sitzbank.


BMW G650Xchallenge; Bild: BMW


BMW G6550Xchallenge; Bild: BMW

Einzigartig ist beim Luft-Feder-Dämpfersystem die Möglichkeit einer frequenzselektiven Dämpfung, die durch eine gezielte Abstimmung des inneren Strömungssystems zusammen mit den Spaltdrosseln verwirklicht wird. Ein damit erreichbarer wichtiger Effekt ist die erheblich bessere Traktion des Hinterrades auf welligem Untergrund. Die Dämpfung lässt sich in den Frequenzbereichen der von Bodenunebenheiten angeregten Hinterradschwingung gezielt so auslegen und anpassen, dass das Rad den Unebenheiten auf ideale Weise folgt und optimalen Bodenkontakt hält. Das verbessert den Vortrieb beim harten Beschleunigen und bietet gleichzeitig mehr Sicherheit beim Bremsen.


G650XCchallenge; Bild: BMW


G650Xchallenge; Bild: BMW


G650Xchallenge; Bild: BMW

Das Durchschlagen der Federung, wie es bei lang gezogenen Bodenwellen und hoher Belastung häufig auftritt, wird durch die „natürliche“ Federratenanpassung der Luftfeder zusammen mit der frequenzselektiven Dämpfung weitgehend ausgeschlossen. Die Grundcharakteristik der Dämpfung kann über eine Verstellschraube, die eine Bypassbohrung im Dämpfer freigibt, in zwei Stufen zwischen komfortorientierter Straßeneinstellung und straffer Geländeeinstellung voreingestellt werden.


G650Xchallenge Cockpit; Bild: BMW


G650Xchallenge Cockpit mit GPS; Bild: BMW

Den typischen Anforderungen im Gelände tragen auch Räder und Bereifung Rechnung. Wegen der größeren Elastizität kommen hochwertige Speichenräder zum Einsatz, die typische Leichtbaumerkmale aufweisen. Die Radnaben aus Aluminium sind hohl gegossen und über hochfeste Drahtspeichen mit den eloxierten Aluminium-Felgen verspannt. Um auch in schwierigen und langsamen Trail-Passagen genügend stabilisierende Kreiskräfte aufbauen zu können, rotiert in der G650Xchallenge ein Vorderrad mit 21“ Durchmesser (serienmäßige Reifendimension 90/90-21), während hinten ein 18“-Rad (serienmäßige Reifendimension 140/80-18) die Montage von spezialisierten Offroad-Reifen erlaubt.


G650Xchallenge; Bild: BMW


G650Xchallenge; Bild: BMW

Mit einem stattlichen Scheibendurchmesser von 300 mm vorn und 240 mm hinten ist die Bremsanlage kompromisslos für hohe Belastungen ausgelegt. Die gelochten Wave-Bremsscheiben der G650Xchallenge haben neben der Gewichtsersparnis einen stärkeren Selbstreinigungseffekt als herkömmliche Scheiben. Während vorn eine Doppelkolben-Schwimmsattelzange zupackt, wird die hintere Scheibe von einem Einkolben-Schwimmsattel in die Zange genommen.


G650Xchallenge; Bild: BMW


G650Xchallenge; Bild: BMW

In der Endübersetzung ist G650Xchallenge mit 15er Ritzel und 47er Kettenrad kürzer übersetzt als die beiden übrigen G650X-Modellen.

BMW G650Xmoto–Rasanter Kurvenspaß auf der Straße

Die Streetmoto-Version zeigt schon im Stand, dass der Landstraßen-Fahrspaß bei ihr im Vordergrund steht. Die kleinen 17“-Räder, der über kürzere Klemmfäuste befestigte Alu-Lenker, die reifennah montierte vordere Radabdeckung mit farblich hervorgehobenen Tauchrohrprotektoren und die zweifarbig Graphitan-Metallic matt und Rot lackierte Scheinwerferverkleidung verschieben die Proportionen. Die G650Xmoto wirkt gedrungener, wenngleich viele Verkleidungsbauteile und der asymmetrische gestaltete Scheinwerfer den Komponenten der Hardenduro entsprechen.


BMW G650Xmoto; Bild: BMW


BMW G650Xmoto; Bild: BMW

In puncto Fahrwerksauslegung unterscheidet sich die Streetmoto jedoch deutlich, denn schon die kleineren 17“-Räder aus Aluminium-Guss haben mit ihren besonders gut haftenden Sportreifen großen Einfluss auf die Handlingeigenschaften. Die Reifendimensionierung fällt mit 120/70 vorn und 160/60 hinten standesgemäß üppig aus und eröffnet die Möglichkeit, die 3,5“ und 4,5“ breiten Felgen stets mit aktuellen Sportreifen zu bestücken. Neben den geringeren Kreiselkräften des Vorderrades wirkt sich auch der kürzere Nachlauf günstig auf die Leichtfüßigkeit des Handlings aus. Kurvenlabyrinthe werden auch durch die weiter nach vorn geneigte Sitzhaltung zum Fahrspaß Nummer Eins, und auf geraden Zwischenpassagen lässt die Laufstabilität ebenfalls keine Wünsche offen. Für eine optimale Abstimmung der Fahrwerksgeometrie wurde unter anderem die Bohrung der vorderen Radachsaufnahme zurück versetzt. Das spielerische und zugleich sichere Handling bietet natürlich auch im Stadtverkehr eine Menge Vorteile.


G650Xmoto; Bild: BMW


G650Xmoto; Bild: BMW


G650Xmoto; Bild: BMW

Federung und Dämpfung sind auf den speziellen Einsatzzweck der Streetmoto abgestimmt. Zwar bietet die Upside-down-Telegabel wie die der Hardenduro 270 mm Federweg, zeigt jedoch beim Ein- und Ausfedern eine insgesamt straffere Charakteristik. Besonders sportliche Fahrer werden es begrüßen, dass sich die Dämpfung in Zug- und Druckrichtung feinfühlig und stufenweise einstellen lässt, so dass jeder eine individuelle Dämpfungsjustierung vornehmen kann. Straffer und zudem kürzer im Hub ist die Hinterradfederung ausgelegt; der Federweg hinten beträgt 245 mm.


G650Xmoto Cockpit; Bild: BMW


G650Xmoto Cockpit; Bild: BMW

Die Streetmoto verfügt über die stärkste Bremsanlage des G650X-Trios. Vorn wirkt eine Vierkolben-Festsattelzange auf eine schwimmend gelagerte, im Durchmesser 320 mm große Bremsscheibe und sorgt in Verbindung mit dem haftfähigen Radialreifen für eine außergewöhnliche Verzögerung. Dabei kommt die besonders hohe Verdrehsteifigkeit der USD-Telegabel mit ihren 45 mm starken Standrohren zum Tragen. Die Hinterradbremse entspricht mit ihrer 240 mm großen Bremsscheibe und der Schwimmsattelzange jener Ausführung, die auch in den beiden anderen Modellen zum Einsatz kommt.


G650Xmoto; Bild: BMW


G650Xmoto; Bild: BMW

Die Endübersetzung der G650Xmoto wurde für den Straßeneinsatz mit einem Verhältnis von 16 zu 47 Zähnen etwas länger als bei der Endurovariante gewählt.

BMW G650Xcountry–eine moderne Interpretation des Scramblers

Scrambler (engl. scramble = klettern) hießen in den 50er und 60er Jahren die Straßenmotorräder, die nach einigen technischen Änderungen auch im Gelände einsetzbar waren. Diese Vielseitigkeit kann nun auch die G650Xcountry vorweisen, denn sie vereint das Gute aus zwei Welten: Eine vorzügliche Straßentauglichkeit, verbunden mit Enduro-typischen Offroad-Fähigkeiten.


G650Xcountry; Bild: BMW


G650Xcountry; Bild: Cycle Magazine

Optisch wie auch technisch unterscheidet sich die G650Xcountry recht deutlich von ihren beiden Schwestermodellen. Mit dem Streuscheiben-Rundscheinwerfer, dem unverkleideten Cockpit, der gestuften Sitzbank und dem radnah geführten Kotflügel vorn, der von einem stabilen Rohrbügel gehalten wird, nimmt sie gezielt Anleihen am klassischen Scrambler-Look. Dazu passt die hoch verlegte Auspuffanlage ebenso trefflich wie die zweifarbige Lackierung in Tiefschwarz und Weißaluminium-metallic matt.


G650Xcountry; Bild: BMW


G650Xcountry; Bild: BMW


G650Xcountry; Bild: BMW

Technisch beweist die G650Xcountry eine entsprechende Eigenständigkeit: Der immer noch langhubigen Telegabel genügen 240 mm Federweg, um für vorbildlichen Fahrkomfort und angemessene Geländetauglichkeit zu sorgen. Das hintere Gasdruckfederbein verfügt über eine einstellbare Zugstufe und Federvorspannung und ermöglicht 210 mm Federweg. Es ist außerdem mit einer Längenverstellung ausgerüstet, die eine Justierung der Sitzhöhe zwischen 840 und 870 mm Höhe erlaubt. Im Zusammenspiel mit dem hohen Alu-Lenker, der mit schwingungsdämpfenden Gewichten versehen ist, ergibt sich stets eine betont lässige und entspannte Sitzposition.


G650Xcountry Cockpit; Bild: BMW


G650Xcountry USD-Gabel; Bild: BMW

Dass ein Scrambler traditionell auf Drahtspeichenrädern rollen muss, versteht sich von selbst. Die G650Xcountry zeigt auch hier konsequenten Leichtbau. Denn die Aluminium-Naben sind hohl gegossen, und auch die eloxierten Felgen bestehen aus Leichtmetall. Das Scrambler-typische 19“-Rad vorn rotiert wie das 17“-Rad hinten um hohl gebohrte Radachsen. Schließlich trägt auch die Bereifung mit ihrer Profilgestaltung und der Dimensionierung in 100/90 vorn und 130/80 hinten dem vielseitigen Einsatzspektrum des Scramblers Rechnung. Für die Verzögerungsarbeit ist bei der G650Xcountry eine Scheibenbremsanlage mit 300 mm Durchmesser vorn und 240 mm hinten verantwortlich. Als Bremszangen kommen Schwimmsättel zum Einsatz, vorn in einer Zweikolben-Ausführung. Die Endübersetzung entspricht mit einem 16er Ritzel und 47er Kettenrad exakt der Streetmoto-Sekundärübersetzung.

Text: BMW, Bilder: Michael Panitzki oder wie angegeben