Reiseberichte

Kröher, Oss: Das Morgenland ist weit - Die erste Motorradreise vom Rhein zum Ganges
München 2002

1951 machten sich Oskar Kröher mit seinem Freund Gustav auf die Reise nach Indien. Ihr Fahrzeug: ein über 20 Jahre altes NSU Gespann mit 12 PS! Mit erstaunlichem Erinnerungsvermögen und Hingabe zum Detail beschreibt Oss Kröher nach 50 Jahren die lange Reise nach Indien. Ihr Weg führt über Italien, Griechenland, die Türkei, Syrien, Jordanien, Irak, Iran und Afghanistan bis nach Bombay. Der etwas altmodische Erzählstil, poetisch und voller Sehnsucht, lässt den Leser die lange Fahrt förmlich miterleben und macht die Lektüre zu einem echten Genuss. Eine Geschichte, die das Leben schrieb - einfach toll!

Rasmussen, Nina; Tin, Hjalte: Perestroika mit dem Motorrad
München 1990

Kurz vor dem Fall des Eisernen Vorhangs reist eine vierköpfige dänische Familie mit zwei Transalps durch die (noch) UdSSR. Mit einem wachen, interessierten Verstand und ehrlichem Interesse begegnen alle vier dem sowjetischen Alltag, begeben sich bewußt in die unterschiedlichsten, bisweilen auch gefährliche Situationen und gewinnen so einen Einblick in ein Land, daß uns Westeuropäern trotz Perestroika, Glasnost und Informationsflut bis heute weitgehend fremd ist. Sie suchen nicht den schnellen, oberflächlichen Erlebniskick, sondern Einblick und Erkenntnis in unsere reale Welt mit all ihren Problemen und Unzulänglichkeiten. Gerade dadurch hebt sich dieses Buch glasklar von der Masse der sonstigen Motorradreise-Literatur ab.

Guevara, Ernesto Che: Latinoamericana
Köln 1994

Im Jahre 1951 bricht der 23-jährige Medizinstudent Ernesto Che Guevara mit einem Freund zu einer Motorradreise auf mit dem Ziel, Südamerika kennenzulernen. Auf Basis der Tagebuchaufzeichnungen Che Guvaras entstand dieser eindrucksvolle Reisebericht, der mehr ist als die bloße Schilderung einer Reise mit dem Motorrad. Es ist vielmehr die Schilderung, wie sich ein junger Mensch durch Erlebnisse, Begegnungen und Eindrücke in seiner Persönlichkeit verändert. Wenn auch nicht ausschließlich so legte diese Reise doch maßgabend die Grundlagen für das spätere Denken und Handeln Guevaras.

Metz, Claudia; Schubert, Klaus: Abgefahren - In 16 Jahren um die Welt
Köln 1999

1981 brechen zwei Kölner mit ihren XT500 zu einer Motorradreise nach Japan auf. Zehn Monate soll die minutiös geplante Fahrt über die Türkei, den nahen Osten, Pakistan, Indien und China eigentlich dauern. 1997, nach 16 Jahren und Umrundung des Erdballs kehren sie über Amerika und Afrika auf dem Wasserweg nach Köln zurück. Von faszinierenden Landschaften, Begegnungen mit Menschen aus aller Welt, Reichtum, Armut, der zunehmenden Zerstörung unserer Natur, Gefahren, Niedergeschlagenheit und Glück, kurz - von der gesamten Bandbreite intensivenen Lebens auf und mit dem Motorrad handelt dieses Buch.

Schäck, Burkhard: Die Panamericana auf dem Motorrad
München 1996

Zwei Westerwälder machen sich auf den Weg von Alaska nach Feuerland. Etwas mehr als ein Jahr werden sie unterwegs sein. Im Vordergrund dieses wunderschönen und sehr persönlichen Reiseberichtes stehen dabei nicht bloß die Schönheiten der Natur sondern auch die Kontakte mit unterschiedlichsten Menschen. Anschaulich und mit viel Wärme werden diese bisweilen sehr persönlichen Begegnungen beschrieben. Der Leser nimmt Anteil an diesen ganz individuellen Erlebnissen und Erfahrungen dieser Reise. Dazu gehört auch der Einblick in die Lebensumstände verschiedenster Menschen zwischen Alaska und Feuerland und siehe da, in USA leben offensichtlich nicht nur oberflächliche Cowboytypen und in Südamerika ist nicht jeder Geruillero oder Drogendealer. Schäcks sehr persönliches Buch hebt sich so deutlich von den üblichen Reiseberichten ab.

Simon, Ted: Jupiters Fahrt - Mit dem Motorrad um die Welt
Hamburg 1983 und 2001 (Neuauflage)

Ein Klassiker der Motorradreiseliteratur ist wieder aufgelegt worden. 1973 macht der britische Journalist Ted Simon sich auf den Weg, die Erde zu umrunden. Aufmerksam und sensibel registriert und verarbeitet Simon seine ständig wechselnde Umwelt und sein inneres ich. Durch seinen einfachen aber dennoch hochintensiven Schreibstil gelingt es Simon den Leser zu fesseln und so an seiner ganz persönlichen, auch inneren Reise teilhaben zu lassen. Dieses Buch ragt eindeutig aus der großen Masse an Reisebeschreibungen heraus. Auch wer nicht der große Weltenbummler ist wird sich doch in Simons Beschreibungen wiederfinden. Ein absolut lesenswertes Buch!

Fulton, Robert Edison jr.: One Man Caravan
North Conway, N.H. USA 1937 und 1996 (Neuauflage)

"Was werden Sie tun Sie wenn Sie Wien verlassen?" Mit einer einfachen Frage begann Robert Fultons Motorradreise durch 22 Länder dieser Erde zu Zielen, die auch heute jeden Globetrotter aufhorchen lassen. Im Jahre 1932 stellte eine solche Reise jedoch Anforderungen, denen damals wie heute nur wenige gewachsen sind. Fultons faszinierender Reisebericht erzählt von einer geheimnisvollen Welt, der Lust auf Abenteuer und der Verwirklichung von Träumen und hat so auch 70 Jahre später nichts von seiner einmaligen Faszination verloren.

Holzach, Michael: Deutschland umsonst - zu Fuß und ohne Geld durch ein Wohlstandsland
Hamburg 1982

Nicht mit dem Motorrad, sondern zu Fuß und ohne einen Pfennig Geld in der Tasche macht sich Michael Holzach zusammen mit seinem Hund Feldmann im Sommer 1980 auf eine sechsmonatige Reise durch ein vom Geld bestimmtes Land. Auf sich selbst gestellt und aufeinander angewiesen ziehen die beiden durch eine Welt der Sesshaften und erleben Abenteuer, Begegnungen und Entbehrungen, die sich nach und nach zusammenfügen zu einem einzigartigen und vielschichtigen Bild einer materiell orientierten Konsumgesellschaft.

Auch wenn heute die Interessenschwerpunkte scheinbar woanders liegen, so hat das Buch trotz allem nichts von seiner beklemmenden Aktualität verloren. Das Buch regt dazu an, innezuhalten, seinen Standpunkt zu überdenken, zu versuchen, wichtiges von unwichtigem zu trennen und ideelle Werte wieder mehr in den Vordergrund zu stellen. Auch oder vielleicht gerade für den "suchenden" Motorradreisenden ist Holzachs Bericht daher eine interessante Lektüre. Michael Holzach starb 1983 bei dem Versuch, seinen Hund aus der Wupper zu retten.