In Brandenburg, Bild: Ulf Panitzki1. Einleitung

Motorrad fahren vermittelt das Gefühl von Freiheit und Unabhängigkeit. Schade nur, wenn dieses Gefühl massiv gestört wird, nur weil ich nicht weiß wo ich bin und wo ich lang muss. Zwar ist es bisweilen sehr reizvoll, einfach aufs Geratewohl loszufahren, frei nach der Devise: Mal schauen wo wir rauskommen! Gerade durch das spontane Ausprobieren eines zufällig entdeckten, nicht gesperrten Feld- oder Forstweges lässt sich so manche spannende Route entdecken. Hat man jedoch ein konkretes Ziel zu erreichen, so ist diese Methode ziemlich risikobehaftet. Eine Umkehr und somit Umwege von vielen Kilometern sind u.U. unvermeidbar und müssen einkalkuliert werden. Trotzdem, manchmal ist es gerade reizvoll, nicht genau zu wissen wo man ist und wo man rauskommt.

Piste in der Eifel; Bild: Michael PanitzkiKaum besser wird es, wenn ich auf die Weisheit anderer angewiesen bin und mich dem deutschen Schilderwald anvertraue. Auch wenn diese Möglichkeit zeitlich die effektivste ist, so ist sie doch für den Motorradfahrer die unattraktivste Variante. Ziel des beamteten Verkehrsplaners ist es nicht, den motorisierten Zweiradfahrer durch attraktive Landschaften und Orte hindurch zu führen, sondern möglichst schnell an ihnen vorbei. Die Straßen werden entsprechend ausgebaut, der Verkehr wird kanalisiert und gebündelt und die Verkehrsdichte ist hoch.

Die dritte Möglichkeit ist, sich zum einen seiner Sinne zu bedienen, d.h. seine Umwelt, Wetter, Sonne usw. nicht nur bewusst wahrzunehmen, sondern auch zum Zwecke der Orientierung zu nutzen und zu verarbeiten. Es empfiehlt sich immer eine gute Landkarte dabei zu haben, die es ermöglicht, aus den gemachten Beobachtungen in der Natur und der Karte Rückschlüsse auf den eigenen Standort zu ziehen.

eTrex Summit an R1100GS, Bild: AutorDarüber hinaus eröffnen sich inzwischen mit dem satellitengestützten Funknavigationssystem GPS (Global Positioning System) auch für den Motorradfahrer neue Möglichkeiten der Routenplanung, Positionsermittlung, -aufzeichnung und Nachbereitung, die bisher professionellen Anwendern vorbehalten waren. Trotzdem ist GPS nur als zusätzliches Hilfsmittel zu betrachten. GPS sagt dir im Prinzip nur wo du bist. Ohne Karte bleiben die zusätzlichen Möglichkeiten des Systems leider verschlossen.

Auch wenn wir hier in Mitteleuropa und nicht in der Sahara, der Atakama oder auf hoher See sind, so sind die Fragen doch die gleichen: wo bin ich und wo geht es lang? Um dies zu beantworten sind und bleiben auch mit dem vielgepriesenen GPS zwei Dinge für die Tour unverzichtbar - wache Sinne und eine gute Landkarte, denn:

Wenn du weißt wo du bist, kannst du sein wo du willst,

aber wenn du nicht weißt wo du bist, musst du sehen wo du bleibst!

HomeAutor: Michael Panitzki, Bilder: Michael Panitzki oder wie angegeben